Es war noch etwas Urlaub übrig, und das Wetter sollte nicht ganz übel werden.
Was gibt es da nicht Besseres als kurviger.com an die Hand zu nehmen und eine Rundreise CZ zu planen? Ist mittlerweile meine dritte Reise dorthin, kann ich sehr empfehlen ![]()
Meine “best pratices”: Grobe Planung mit wenigen Shaping-Points um die erste Route mal abzustecken, fahre so 330 - 380 km am Tag, macht für sieben Tage dann ca. 2.550 km. Mit einigen Pausen sind das gute acht Stunden am Tag, Anreise- und Rückreisetag etwas mehr, auch mit etwas Autobahn / Schnellstraße, dann bleibt im Land mehr Zeit zum Cruisen.
Dann in die Feinplanung einsteigen, im Zusammenspiel mit Google / Booking etc. Tagesendziele wählen, diesmal Pensionen statt Zelt. Guter Maßstab sind Rezensionen >= 4,5 bei 50+ Bewertungen. Habe damit wieder mal sehr gut gelegen
. Dann einige SP platziert, um die Route nach meinen Wünschen etwas auszuformen, fertig. Bin pro Tagesetappe mit ~ 5 - 10 ausgekommen, den Rest macht der Algoritrmus von sich aus richtig gut.
Kurvigkeit: “kurvig”.
Vermeidungen: “unbefestige Straßen”.
Eine Maut für Motorräder gibt es in CZ nicht. That’s it.
Vorzugsweise Grenzregionen, dort sind sprichwörtlich die Hunde an endlosen und wunderschönen Waldstrecken begraben.
Dann etwas KI eingesetzt, dafür die Route als GPX exportiert und chatGPT übergeben, mit der Bitte, entlang der Route nach Sehenswürdigkeiten Ausschau zu halten. Technische Museen, Relikte des kalten Krieges, aber auch Aussichtpunkte.
Es hat einige Anläufe gebraucht bis die KI dann die passende GPX Datei zurückgeliefert hat, diese konnte ich dann in einen Favoritenordner importieren. Musste aber erstmal überlegen wie das noch ging: Erst muss der Ordner da sein, dann importieren. Favoriten sind bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht in der Route, müssen sie auch nicht.
Tipp: In den Namen des Favoriten auch die Beschreibung packen und in OM einschalten.
Dann steht es in der Navi-Karte zur Verfügung ![]()
Das Ergebnis ist hier im OverlayManager zu sehen, wunderbares Tool ![]()
Auf Reisen fährt immer ein kleines Laptop mit, weil ab hier die Gesamtroute ( = Master ) in Tagessegmente geschnitten wird für die Navigation. Ebenso ist abends immer noch Zeit einen Favoriten in die Tour einzuplanen, je nach Lust und Laune, und Wetter.
Dafür braucht es natürlich Internet, welches ist in den Herbergen mittlerweile aber Standard ist.
Erstmals hatte ich aber nach sehr guten Erfahrungen der letzten Jahre unterwegs kein gutes Netz, es wurde zwar häufig 5G ausgewiesen, aber einfachste Dinge brauchten ewig Zeit.
Ursache könnte der (ungewolle) Wechsel von Vodafone zu Telefonica sein ![]()
Daher ist es sicher ratsam die Tagestour morgens schon geladen zu haben.
Zur Sicherheit waren vor Reiseantritt auch die meisten Offline-Kacheln geladen.
Gegen meine sonstige Gewohnheit hatte ist vorab bereits die ersten vier Pensionen gebucht, was normalerweise zu dieser Jahreszeit nicht notwendig ist. Läßt mir aber am Abend mehr Zeit für andere Dinge.
Und dann kam es wie es halt so kommt: Tag 1, = Sonntag, auf den letzten Kilometern taten sich Probleme mit der Bremse auf. Das erklärt auch den Schnitzer über Chemnitz, der nächst größeren Stadt, wo es gleichermaßen Ersatzteile, Werkzeug und eine trockene Halle für die Reparatur gab.
Autohobby-Werkstatt, kann ich empfehlen. Miete für Werkelplatz 8 € / Stunde, in 15 Minuten war ich durch, inkl. Leihe eines Drehmomentschschlüssel , Decke zum knien und warmen Wasser zum Händewaschen, macht vier Euro.
Eine spezielle E8 Nuss gab’s bei Eylert, dazu Gratis Kaffee und jenen Tipp zur Hobbywerkstatt. Wirklich nette und sehr hilfsbereite Mitarbeiter.
Kurz zurück zur App: Fahre mit Navigation auf dem Handy, die ständig neuen Info’s an jenen Montag waren dank der guten Ergebnisse der Suche “ratzfatz” in die Planung gebaut. Alles sehr gut gelöst, alle Adressen schnell angefahren und kaum Zeit eingebüßt ![]()
Natürlich hat die Route am Montag einen völlig anderen Verlauf genommen, bin aber noch sehr passend an der Unterkunft in Aussig angekommen ![]()
Hier kam dann die Herausforderung dazu, dass sich das Hotel nicht “routen” lies, und ich der tschechischen Sprache nicht mächtig bin, speziell Zusatzinfos unterhalb der Verbotsschilder machte die Sache spannend. Irgenwann wurd’s mir zu bunt und die letzten Meter gingen nach dem Motte “Augen zu und durch”.
Mit etwas Geduld hilft hier aber auch Google-Lens, nur während der Fahrt halt nicht.
An dem Tag war sogar noch Zeit Theresien-Stadt zu besuchen mit seiner aussergewöhlichen Archtiketur und Geschichte. Hier muss man Zeit mitrbringen und kann vieles nur zu Fuß erkunden. Leider ist die Stadt dem Verfall preisgegeben ![]()
Die kommenden Tage liefen geordneter ab, keine Pannen, keine Verhaftung, nix.
In den Grenzgebieten kam es immer mal wieder zu Grenzübertritten, so waren auch Abschitte von Polen und Österreich enthalten.
Insgesamt sind die Straßen in CZ sehr gut, es kommen aber auch Strecken vor, wo es gut ist einigermaßen Federweg zu haben. Das Tempolimit über Land liegt bei 90 km/h, was auch eine gute und für die Straßen zügige Reisegeschwindigkeit ist. Hier und da ist Vorsicht geboten, Baustellen werden nicht konsequent angekündigt, sodass hinter Kurven auch mal ein oranger Tatra LWK auftaucht, der dort Rollsplit verteilt.
Das Tankstellennetz ist gut, wobei man auch hier mir Pannen rechnen muss. Ein eingeplante Tankstelle entpuppte sich als “privat”, und die Reserve neigte sich dem baldigen Ende:
Die OSM Gewandten können sich den Fall gerne mal anschauen:
50.601431, 13.452143 , wiederfinden aufgrund Aufzeichnung kein Problem ![]()
Preis für eine Liter Benzin der Sorte E10 ca. 1,90 €. Was machen die Tschechen anders als die Deutschen?
Im Winter sind viele Strecken pauschal für den Kraftverkehr gesperrt, was für’s Motorradfahren nicht so von Belang ist, weil die Maschine dann doch meist im Winterschlaf ist.
Zeugt aber davon dass dort niemand wohnt, zumindest nicht mit PKW?
Vermeidung von Sperren habe ich permanent deaktiviert, in den sieben Tagen war das überhaupt kein Problem. Nur ein einer Stelle waren mal 200m als Baustelle gesperrt, aber niemand am Arbeiten. Konnte man, ich gebe zu, verbotenerweise durchqueren und hat 20 km Umleitung gespart. Anwohner fuhren da eh durch, und die Reifenspuren sprachen Bände.
Einige Sehenwürdigkeiten:
Von den Deutschen 1905 erbauter Aussichturm im Isergebirge
Unterirdische Artillerie Bunkeranlage ( Im September leider schon reduzierte Öffungszeiten )
Letztes erhaltenes Segment des Eisernen Vorhangs zur Grenze Österreich.
Bunker, von dem zur Veranschaulichung ein Segment abgeschnitten wurde.
Alles Punkte die chatGPT als GPX geliefert hat. Man sollte vorher checken ob die Ziele erreichbar sind, viele dieser Städten sind in der Anfahrt für Kraftfahrzeuge gesperrt - dann steht ein Fußweg von 2 - 6 km an ![]()
Was gibt es sonst zu berichten? Die kleinen Dörfer scheinen immer weiter zu sterben, sich dort unterwegs zu verpflegen ist schwierig. Das hilft auch die geniale Suche nach Supermärkten in Kurviger recht wenig:
Wer weiß wie lang der schon zu ist:
50.593162, 16.164751
Unterwegs passiert man mal kleinere Supermärkte die wenig aufdringlich sind
Und in größeren Städten genau das Gegenteil: Lidl, Kaufland und Co. überziehen den Osten mit Ihren Ketten, einerseits gut, andererseits nimmt es dem Land seinen Charm.
Auf der ganzen Tour habe ich nicht eine Tschechische Krone in den Händen gehabt, alles läuft hier per Karte / Handy. Selbst der Besuch der Toilette im Supermarkt, Kostenpunkt 20 CZK = 80 Cent, geht per Visa. Kaffee aus dem Automaten dito. Selbstscannerkassen sind dort Standard. Und wenn’s wirklich mal bar sein muss: Euro geht auch ![]()
Apropos Kaffee: Können die Tschechen nicht, zumindest dort wo ich war. Es gibt eh wenig Gastromie auf dem Land, das kenne ich aus Österreich völlig anders. Vielleicht eine Folge der Ost-West Trennung?
Und noch ein erwähnenswerter Punkt: In fast jedem Ort, auch in den kleineren, hängen Geschwindigkeitstafeln “Rychlost”. Meitens sind 50 km/h erlaubt, machmal auch nur 30 km/h.
Und sehr häufig findet eine Section-Control statt, spricht am Ortsein- und Ausgang wird man gefilmt. In den letzten Jahren gab’s nie Post aus CZ, die Automatisierung scheint aber Fahrt aufgenommen zu haben. Also Obacht!
Zum Schluß nochmal ein paar Worte zur Kurviger App und Kurviger Web:
Die Navigation hat durchgehend super funktioniert, keine Aussetzer, Abstürze oder ähnliches.
Die Ansagen passten prima, die Karte und ihre Zoomstufen auch. Es gab auf den 2.500 Kilometern, die es letztlich geworden sind, nur eine Hand voll “hab mich Verfahren”, aber eher von mir selbst oder OSM verschuldet. Die Aufzeichnungen “lügen nicht”
.
ZUr Unterstützung nutze ich auch eine kleine Fernbedienung, rundet die Sache ab.
Im Web hatte ich abends allerdings häufiger Probleme meine Cloud zu laden, genaue Gründe kenne ich nicht. Nach wiederholten Ladeversuchen hat aber auch das geklappt.
Muss dazu sagen, dass die Menge an geplanten Touren und Aufzeichnungen schon recht hoch ist.
Und ETA: Passte immer ziemlich perfekt, schwankte den Tag über um +/- 30 Minuten, am Ende war es immer ok.
Freue mich schon auf die nächste Planung.













