Schottland 2026

Gerne :slight_smile:

Schottland - so der Plan für 2026. Nach sehr vielen Länder auf Europas Kontinent stand in diesem Jahr der nördliche Teil der Insel auf dem Zettel. Im Gepäck: Die aktuelle Version von Kurviger, etwas Vorbericht gab es schon hier Schottland 2026 - die Features der 3.6.4 - Feedback.

Nun noch weitere Erfahrungen und Tipps.

Anreise: Aus dem Münsterland heraus bieten sich die Fährhäfen Rotterdam und Amsterdam an, man landet dann auf GB-Seite in Hull oder New Castle. Wir haben uns für Rotterdam entschieden weil die Fährzeiten etwas günstiger sind und uns P&O als Gesellschaft empfohlen wurde.
Tipp: Buchung online für zwei Erwachsene mit zwei Motorrädern in einer Zweierkabine geht nicht, wir haben über die Hotline ein Motorrad + zwei Erwachsene + Zweierkabine hin und rück gebucht, und eine zweite Buchung für ein Motorrad hin und rück. Also immer zwei Buchungsnummern im Gepäck. Sowas in 2026.
Preis: ~ 950,- € inkl. Frühstück ( Full Englisch ).

Für die Tour habe ich einen Ordner für die Touren und einen für die Favoriten angelegt, und beide Ordner mit meinen Buddy geteilt. Belegt zwei Plätze im Overlay-Manager, ist äußerst nützlich. OM beim Buddy geht aktuell nicht, wäre noch ein schönes Feature.
Wir sind seit vielen Jahren gemeinsam unterwegs und planen zunächst nur die erste oder die ersten zwei Übernachtungen, danach lassen wir uns von der Gegend und dem Wetter treiben.

Tipp: Wir haben nicht bedacht dass wir eine Woche vor der TT auf der Isle-of-man unterwegs waren, die Fähre war daher ziemlich voll mit Bikern. Diese Häufung hat sich nach morgentlicher Ankunft schnell zerstreut. Zweiter und bedeutender Punkt: In unserer ersten Woche hatten die Schotten Ferien, und vermutlich, weils eine Insel ist, fahren alle Schotten auch in den Norden. Entsprechend war in den Highlands quasi alles ausgebucht. In den kommenden Jahren starten wir für diese Ecke nochmal einen eigenen Anlauf. Im Norden sind wir dann nach rechts abgebogen, die Gegen ist auch traumhaft zu fahren.

Man sagt der Insel schlechtes Wetter nach, davon reden die Einheimischen auch häufig. In der ersten Woche brannte täglich die Sonne bis zur Häutung der Nase ( auch weil das Visier stetig offen ist :slight_smile: ). Die Insektendichte ist deutlich höher als auf dem Kontinent, nach kurzer Zeit war die Maschine übersäht mit Insektenkörpern, und der eine und andere Brummer ist auf dem Brillenglas zerschmettert. Gelegentliche Insektenflüge in der Ohrmuschel gab es auch :frowning: .

Weil’s mit der Isle of Sky diesmal nix wird ging die Reise rüber von Schottland nach Nordirland. Die Fähre kostet pro Fahrer mit Motorrad um die 50 GBP und fährt zwei Stunden, mehrmals am Tag. Den englischen Teil haben wir umkurvt und sind mit Irland nun wieder im €-Raum. Der Norden ist wirklich schön, aber auch an einem Tag abgegrast. Dann querfeldein auf Dublin zu. Auch hier nicht einfach ein Unterkunft zu finden. Aufgrund der anstehenden Passage von Dublin nach Holyhead wollten wir nah an die Stadt ran. Die Überfahrt dauert hier schon spürbar länger und schlägt mit > 160 € zu buche. Geplante Ankunft in England um die 20:00 Uhr, also sollte man vorab eine Unterkunft klar haben.

Apropos Unterkünfte: Google Maps heranziehen und Maßstab der Bewertungen hoch legen, >= 4,5. Erst wenn nix mehr geht auf >= 4.0 heruntergehen. Dann zu Booking.com wechseln und Verfügbarkeit checken. Mehrfach wurde uns geraten vorab telefonisch Kontakt aufzunehmen. Insgasamt hat das gut funktioniert, DZ mit >= 25m² inkl. Breakfast sind für 80 - 120 GBP zu haben. Probleme in ländlichen Raum ein Motorrad abzustellen gab es nicht.
Dusche mal so mal so. Wie zuhause war’s aber nirgends.

Mit Wales ging die Tour dann weiter, immer noch sehr schöne Strecken. Das Wetter ist dann in der zweiten Woche allerdings gekippt, ein kompletter Regentag und bewölkte Tage mit Schauern. Die Klamotten haben das meiste abgehalten, nur die Handschuhe waren abends vollgesogen wie ein Schwamm. Das Gute daran: Insektenfreie Maschine :slight_smile:

Maßnahme: Alle Unterkünfte bieten eine Fön. Gepaart mit eine Einkauftstasche aus dem Supermarkt und einem Gegenstand zur Beschwerung der Tüte ergibt sich ein Trockenhaube. Unter Beobachtung waren die Handschuhe in zwei Stunden wieder trocken. Für selbst mitgebrachte E-Geräte hatte Pü noch Adapter inkl. USB-Ports besorgt. Super Sache um über Nacht die Sena wieder flott zu machen, als auch die Handies.

Unter den Supermärkte war Morrisons schnell unser Favorit. Sehr gut sortiert und gepflegt - Selbstscannerkassen sind hier etabliert. Wir haben in den 16 Tagen kein Bargeld in Händen gehabt, hier läuft alles über Karte oder Handy. Einzig mancher B&B Gastgeber hätte auch gerne Bargeld genommen. In nur einem Fall gab es kein Lesegerät, das konnte per Paypal gelöst werden.
Vor dreißig Jahren, da war ich erstmals in Irland, undenkbar.

Mit den letzten Tagestouren vom Süden her wieder hoch Richung Hull, westlich an London vorbei, war die Luft dann etwas raus. Die Gegend ist zum Fahren nicht ganz so schön wie zuvor.
In Northampton dann in der Tat mal einen mopedfreien Tag verbracht, gute Unterkunft aber ziemlich häßliche Stadt. Es drängelten sich hier Barber-Shops und Gebrauchthandyläden, gelegentlich unterbrochen von Gemüsehändlern.

Hull: Ebenfalls eine häßliche Stadt, zudem eine Kriminalitätsrate, die deutliche über Landesdurchschnitt liegt. Der Plan war, zunächst einige Stunden im Einkaufszentrum zu verbringen bis zum einchecken im Fährhhafen. Es scheiterte letztlich an der Möglichkeit das Motorrad für zwei Stunden sicher abzustellen, und auch daran dass Parken immer und überall Geld kostet, man für’s Bezahlen eine App braucht. Fürchterliche Entwicklung…

Also etwas raus aus dem Trubel und den nächsten Morrisons anvisiert. Dank der geniales Suchfunktion “Entlang der Route” oder “In diesem Gebiet” war das ein Leichtes.
Aber Vorsicht: Wir hatten beide Motoräder zunächst auf einem Autoparkplatz abgestellt und wurden unmittelbar von einem Engländer angesprochen dies nicht zu tun. Warum wir das nicht sollten war zunächst unklar, bis wir verstanden, dass hier gerne geklaut wird. Ein Abstellen vor dem Supermarkt sei die “bessere” Variante, zudem dort CCTV Kameras hängen.
Also umgeparkt und rein gegangen. In ziemlich jedem Supermarkt sitzt eine Security-Man, der angeblich alles im Blick hat.

Als wir nach 30 Minuten Einkauf wieder raus kamen sprach uns erneut ein Engländer mit “stupid germans” an. Hallo? Dieser Mensch hatte unsere Motorräder in bester Manier bewacht und war selber Biker. Er erzählte uns in Fortsetzung die Geschichte noch den Dieben hier in der Gegend und war selbst mal Opfer. In der ersten Woche wurden in Hull bereits 37 motorisierte Zweiräder geklaut. Vornehmlich für “joyriding”, wie er sagte. Junge Leute klauen Mopeds, fahren den Tank leer und schmeißen die Dinger dann weg oder zünden sie an. Nur so aus Spaß.
Und wenn sich eine Maschine nicht klauen läßt werden Kabelbäume und Bremsschläuche zerschnitten. Die Polizei jagt mittlerweile mit Drohnen. Da haben wir wohl Gück gehabt.

Hier noch ein paar Stichpunkte:

  • Sperren: Haben wir nicht vermieden, war auch auf der kompletten Tour kein Problem.
  • Maut: Die Brücke von Burton-upon-Humber nach Hull ist für Motorräder von der Maut befreit.
  • Kaffee: Können die Briten nicht. Ist ein Tee Land. Kaffee = Warmwasser mit Bohnen am Faden.
  • Suche entlang der Route: Ansich sehr gut ( Cafés oder Supermärkte ). Würde mir hier aber wünschen dass das Ergebnis einer Suche als Favo in der Navigation angezeigt wird. Fünf Favo’s als WP einzubinden ist schon eine Prozedur mit Wiederholungscharakter.
  • Kleinste Straßen vermeiden: Wer was erleben / sehen will sollte das nicht tun. Wir sind tolle Strecken gefahren ( nicht gerast, aber gereist )
  • Gatter in der Route: Heißt nicht dass man die Strecke nicht fahren kann. Man muss kurz absteigen, Gatter öffnen und passieren, dann wieder schließen. Kein Problem. Dafür durchquert man einen Tierpark mit Schafen / Ziegen / Rindern :slight_smile:
  • Größere Städte: Bei den Unterkünften nach sicheren Stellplätzen Ausschau halten.
  • Guinness: Pint ( 0,56 Liter ) für 6-7 GBP. Nach dreien ist man satt und bettfein.
  • Fish n Chips: Ok
  • Breakfast: Nach 16 Tagen freut man sich auf ein deutsches Weizenbrötchen.
  • Vegetarier: Können auf Früchte und Müsli ausweichen
  • Bargeld: Nicht nötig
  • Schokolade: Bald teurer als Gold.
  • ETA: Passte immer :slight_smile: , vielleicht hänge ich nach Auswertung noch Zahlen an.
  • Netz: Keine Ausfälle, Mobilfunk gut, Unterkünfte immer WLAN, auch öffentliche WLAN häufig vorhanden, z.B. in Kaufhäusern von Aldi
  • Einheimische: Schauen oft grummelig aus, sind aber alle nett gewesen. ( Bis auf eine Unterkunft, da mussten wir am Eingang unsere Stiefel ausziehen weil das ein “Ohne Schuhe Haus” war. )
  • Linksverkehr: Man braucht Zeit, Look Right ist Gesetz. Besser häufiger anhalten. Wie man in Kreisverkehren blinken soll haben wir nicht rausgekriegt, sind häufiger angehupt worden :slight_smile:
  • Tabak: In Irland kosten 30g Drum 27 €. Hui, gut die Quarzerei drangegeben zu haben.
  • Benzin: 1,60 GBP/Liter ~ 1,85 €
  • Kurviger 3.6.x: Problemfrei auf Android und iOS. Offline-Karten nicht nötig :+1:

Schnapper


Dünn, geht als Tee durch

16 Tage lang, macht + 2 kg

Imperiales Kopfrechnen

dito

eigentlich haben sie Recht…

kleiner Tierpark

kleinste Straßen - bitte nicht meiden - es lohnt sich

Stetige Begleitung - auch im Linksverkehr :slight_smile:

50/50 Joker

nochmal “kleinste Straßen”

Freies Netz bei Aldi

Gatter, kein Grund aufzugeben

Tankstellesuche als Niete, Tank fast leer. Wohl schon länger geschlossen

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Schöne Tour. Aber das eigentlich schöne Schottland liegt weiter oben. Da hätte man bestimmt drei tolle Touren draus machen können. England, Irland, Schottland. Wobei ich England selber sehr langweilig fand. Man fährt immer zwischen hohen Hecken durch die Gegend und sieht nix.

Für mich war es kein Problem, zwei Personen mit Zweierkabine und einem Motorrad zu buchen und dann per Hotline das zweite Motorrad nachzubuchen. Auf einer Buchungsnummer. Da hat sich wohl jemand im Callcenter sehr dämlich angestellt.

Ja, muss ich auf jeden Fall nochmal hin. Wenn die Insel keine Ferien hat :slight_smile:
Könnte auch Sinn machen entgegen unserer Gepflogenheiten mehr Unterkünfte vorab zu buchen.

Wir hatten die Tour , entgegen unserer Gepflogenheiten leider vorgebucht. Da die Unterkünfte dort rar gesät sind, ist das aber leider ein muss. Sonst hast du eine Bude am A… der Welt und musst 20 Meilen fahren um was zu essen zu bekommen.

Kann ich auch bestätigen. Man kann sich hervorragend 2 oder 3 Wochen nur in Schottland rumtreiben. Irland ist auch schön, aber in meinem persönlichen Vergleich ‚nur die kleine Schwester’.

Wir nehmen immer die Fähre bis Newcastle, ab da sind es gerade mal noch 80km bis in die Borders (die auch sehr schön sind).

Aber vorbuchen mit reichlich Vorlauf ist ein Muss.